Warum sollten wir den Igel schützen?
Der Igel ist zwar unauffällig, spielt aber eine wichtige Rolle in unseren Gärten und Naturräumen. Als echter Verbündeter der Artenvielfalt trägt er dazu bei, die Populationen von Insekten und Schnecken auf natürliche Weise zu regulieren. Dennoch gehen seine Bestände zurück, oft ohne dass wir es bemerken.
Seit 2024 wird der Igel von der International Union for Conservation of Nature (IUCN) als „potenziell gefährdet“ eingestuft. Diese Situation lässt sich durch die zahlreichen Belastungen erklären, denen die Art ausgesetzt ist: Verlust und Zersplitterung ihres Lebensraums, insbesondere aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft, des Einsatzes von Pestiziden, der zunehmenden Verbreitung von Mährobotern oder auch des Straßenverkehrs.
Um ihn besser zu schützen, ist es unerlässlich, seine Wanderungen, seine Gewohnheiten und die Bedrohungen, denen er täglich ausgesetzt ist, zu verstehen. Dank Feldbeobachtungen und der Beteiligung der Bürger können Wissenschaftler seine Verbreitung besser erfassen und die wirksamsten Maßnahmen zu seinem Schutz ermitteln.
Eine „Operation Igel“, aber wozu?
Die „Operation Igel“ hat zum Ziel, mehr über den Igel und seine Lebensweise zu erfahren, indem Fotofallen in privaten Gärten aufgestellt werden. Diese Kameras, die drei Wochen lang bei Freiwilligen aufgestellt werden, ermöglichen es, die Bewegungen und Aktivitäten der Igel diskret zu beobachten. Doch die Aktion geht noch weiter. Die Freiwilligen sind zudem eingeladen, abends festgelegte Abschnitte in ihrer Gemeinde abzugehen, um die vor Ort gesichteten Igel zu suchen und zu erfassen.
Diese auf Bürgerwissenschaft basierende Initiative bringt Bürger mit einem gemeinsamen Ziel zusammen: diese symbolträchtige Art besser zu verstehen und zu schützen. Um sie dabei zu unterstützen, stellt die Fédération des Parcs naturels de Wallonie das notwendige Material zur Verfügung und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen vor Ort.
Parallel dazu veröffentlicht der Verband regelmäßig einen Newsletter, in dem die Aktivitäten der Arbeitsgruppe Igel, die Fortschritte des Projekts und die neuesten wissenschaftlichen Informationen über die Art vorgestellt werden. Außerdem werden Schulungen für Bürger sowie für wichtige Akteure im Umweltbereich angeboten, wie z. B. Grünflächenverwalter und Umweltämter der Gemeinden.
Ich bin Bürger, was kann ich tun?
Möchten Sie sich konkret für den Schutz des Igels einsetzen? Sie können sich als Freiwilliger engagieren und an der Zählung teilnehmen, indem Sie drei Wochen lang eine Kamerafalle in Ihrem Garten aufstellen. Möchten Sie sich noch stärker engagieren? Nehmen Sie an den in Ihrer Gemeinde organisierten nächtlichen Erkundungen teil und tragen Sie direkt zur Datenerhebung vor Ort bei. Wenn Sie bereits Igel in Ihrer Nähe beobachten, zögern Sie nicht länger und erfassen Sie diese über das Portal „Naturbeobachtungen in Belgien“.
Jede Beobachtung zählt. Die vom Verband der Naturparks der Wallonie gesammelten Informationen werden dazu beitragen, das Wissen über den Igel zu erweitern, seine Bedürfnisse besser zu verstehen und konkrete Lösungen vorzuschlagen, um unsere Gärten und Grünflächen für diese empfindliche Art lebenswerter zu machen.